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Das Projekt ist ein Kinder- und Jugendzentrum mit dem Namen „St. Luigi Scrosoppi Care Center“. Es ist also eine Art Jugendtreff, in den die Kinder und Jugendlichen am Nachmittag ab 14 Uhr bis spätnachmittag/ abends kommen. Sie bekommen hier eine warme Mahlzeit am Tag und Unterstützung bei den Schularbeiten oder Nachhilfe. Viele der Kinder, die täglich kommen, haben große Probleme beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Ein wesentlicher Bestandteil des Programms sind auch Spiel und Sport. Jedes Kind soll die bestmögliche Unterstützung bekommen, um sich frei, individuell entfalten und eine Perspektive im Leben entwickeln zu können.

Ja, gibt es. Damit sich die Kinder und Jugendlichen frei, individuell entfalten und eine Perspektive im Leben entwickeln können, gibt es mittlerweile vier Häuser (Haus Bethanien, Haus Luigi, Haus Philipp, Haus Veronika), in denen die Kinder und Jugendlichen Hilfe und eine sichere Umgebung finden. Ein weiteres Haus hilft mit einer Suppenküche, Kleiderladen, und Palliativstation bedürftigen Erwachsenen. Im großen, liebevoll gestalteten Garten wird Gemüse zur Selbstversorgung des Centers angepflanzt.

Das Center befindet sich in der Stadt Oudtshoorn im Westkap Südafrikas. Auch mehr als 30 Jahre nach dem Ende der Apartheid haben sich die sogenannten „Townships“ leider nicht in Luft aufgelöst. Vor den Toren deines Einsatzortes liegt solch ein Township für „Coloureds“ (= Farbige). Einfache Steinbauten, Wellblechhütten, Müll und Dreck bestimmen das Straßenbild. Das Projekt wurde von den Oratorianern im Jahr 2006 ganz bewusst an diesem Ort ins Leben gerufen, um den Menschen hier, insbesondere den Kindern, in ihrer Not zu helfen. Das Leben der Menschen im Township ist bestimmt von Armut, Hunger, Kriminalität, Gewalt, Alkohol- und Drogensucht (um nur einige Probleme aufzuzählen). Eine hohe Arbeitslosigkeit sowie Korruption befeuern die Probleme zusätzlich. Für die Kinder und Jugendlichen ist das Center wie eine Oase in der Wüste.

Die Oratorianer sind eine katholisch-christliche Priestergemeinschaft, die sich nach dem Vorbild des Heiligen Philipp Neri in einer Gemeinschaft zusammengeschlossen hat. Es gibt viele weitere Oratorien weltweit. Die Tätigkeiten der Priester, ihr täglicher Einsatz und ihre unerschöpfliche Nächstenliebe speisen sich aus dem tiefen Glauben an Jesus Christus. So ist der Tag strukturiert durch die tägliche Feier der heiligen Messe und die Gebetszeiten. Die Mission der Priester ist es, die Not aller Menschen, die zu ihnen kommen und Hilfe suchen, bestmöglich zu lindern und ihnen Freude, Liebe und Zuwendung zu schenken. Im Oratorium im Oudtshoorn leben zurzeit sechs Priester.

Das Wichtigste ist, dass du bereit bist, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten und mit ihnen viel Zeit zu verbringen. Eigenschaften wie Offenheit gegenüber Menschen in einer anderen Kultur, Kontaktfreude und die Bereitschaft zur Integration sind sehr wichtig. Hilfreich ist es, wenn du Eigeninitiative und Kreativität mitbringst. Wenn du handwerklich begabt oder am Gärtnern interessiert bist, kannst du dich in verschiedenen anderen Aufgaben einbringen. Alle deine Talente sind kostbar und werden dankbar angenommen! 

Sprachkenntnisse in Englisch oder Niederländisch (sehr nah am Afrikaans) sind wünschenswert. Du solltest dich auch offen zeigen, die Sprache Afrikaans zu lernen. So kommst du schnell in Kontakt mit den Kindern, von denen man selbst viel lernt. Zwei Priester sprechen aber auch ganz gut Deutsch, sodass du auch in deiner Muttersprache einen Ansprechpartner hast.

Du wirst auf dem Gelände des Centers wohnen. Als junge Frau wohnst du im Haus Dettmer bei Maud, einer 71-jährigen, rüstigen Frau, die im Center bei der Betreuung der Mädchen und des Hauses der Barmherzigkeit mitarbeitet und auch sonst wie ein Engel ist, der hilft, wo er kann. Als junger Mann wohnst du in einer Wohnung über dem Haus Veronika, das direkt neben dem Haus Dettmer liegt.

Der Direktor des Centers ist Pater Leon. Er hat die Hauptverantwortung für das ganze Center und ist auch der Vorsteher des Oratoriums. Pater Leon und Pater David haben das Care-Center gegründet. Die Leitung von Haus Luigi, Haus Philipp und Haus Veronika hat Pater Mark und er ist somit dein Hauptansprechpartner und der Priester, mit dem du am meisten zusammenarbeitest. Darüber hinaus gibt es noch die anderen Priester und eine ganze Reihe anderer Mitarbeiter, die in der Kinderbetreuung, in der Küche, im Garten, im Haushalt, im Büro usw. mitarbeiten. Du wirst alle schnell kennenlernen und Teil des Teams bzw. der „St. Luigi Familie“ werden.

Da du mit Priestern zusammenlebst und -arbeitest, kommst du auf jeden Fall in engen Kontakt mit dem christlichen Glauben. Überall auf dem Gelände und in den Gebäuden begegnen dir religiöse Motive und Figuren. Das Projekt ist tief getragen vom gelebten, christlichen Glauben in der Nachfolge Christi. Es ist also sehr wichtig, dass du sehr offen gegenüber dem spirituellen Leben in der Gemeinschaft bist. Du bist immer herzlich dazu eingeladen, religiöse Feste, den Sonntagsgottesdienst oder die täglichen Messfeiern und Gebete mitzufeiern. Dir ist aber jederzeit freigestellt, ob du am religiösen Leben aktiv teilnehmen möchtest und niemand verpflichtet dich dazu.

Die Lebenssituation der Menschen in der Umgebung und die klar sichtbare Ungerechtigkeit in der Welt können sehr herausfordernd sein. Wenn man jeden Tag mit Not, Elend und individuellen Schicksalen konfrontiert ist, muss man einen Umgang damit finden. Der Austausch mit anderen Freiwilligen, Freunden, Familie und vor allem mit den Menschen vor Ort ist dabei sehr wichtig.

Es muss dir auch bewusst sein, dass du direkt im Township wohnst. Das Gelände des Centers ist mit einem Zaun und großen Toren gesichert, nachts gibt es eine Nachtwache, die aufpasst, dass niemand ungewollt auf das Gelände eindringt. Alleine durch die Straßen vor der Tür zu wandern, ist – vor allem nach Einbruch der Dunkelheit – keine gute Idee. Du solltest unterwegs immer wachsam sein, um dich und dein Hab und Gut zu schützen. Ein Gefühl des „Eingesperrt-Seins“ oder der Abhängigkeit kann daher eine mögliche Herausforderung werden, vor allem in den ersten Wochen. 

Aber: je länger dich die Menschen im Township kennen, desto freier und vertrauter kannst du dich bewegen.

Es lohnt sich, weil die Menschen vor Ort – die Kinder und Jugendlichen so wie das Team – unglaublich toll sind und unheimlich viel zurückgeben! Die Arbeit mit ihnen ist sinnstiftend und wirkungsvoll. Dir werden viel Vertrauen und Menschlichkeit entgegengebracht. Die strahlenden Kinderaugen voll Liebe und Dankbarkeit machen das Jahr zu einer lohnenswerten und bereichernden Erfahrung. Auch das Kennenlernen der südafrikanischen Kultur, der interkulturelle Austausch und die Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ziel werden dich persönlich wachsen lassen, dir neue Perspektiven eröffnen und dir Erlebnisse schenken, die du nie vergessen wirst!

Wenn du mit offenem Herzen losgehst, wirst du reich beschenkt werden!

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