Jettes und mein letzter Monat im Projekt in Oudtshoorn bricht bald an und wir wollen die Zeit nutzen, um zurückzublicken.Â
Als wir im August letztes Jahr angereist sind, wussten wir gar nicht richtig, was uns erwarten würde. Die ersten Tage waren kalt, überfordernd und rückblickend gar nicht mehr richtig greifbar. Aber schon nach den ersten Wochen war uns klar, dass wir uns definitiv für das richtige Projekt entschieden haben und es immer wieder so machen würden!
Von den Priestern, Maud und den Mitarbeitern des Centers wurden wir herzlich empfangen und sind schnell Teil der Gemeinschaft geworden. Es ist spannend, die Priester aus der Nähe bei ihrer Arbeit und ihrem Wirken zu erleben.
Die ersten Wochen waren wir damit beschäftigt, Namen der Kinder zu lernen und uns in den ungewohnten und fremden Strukturen zurechtzufinden. Ausgebremst wurden wir durch einen Einbruch in Haus Luigi, wodurch das Center zwei Wochen geschlossen war. Die Zeit war hart, da wir noch auf der Suche nach unserem Platz im Center waren, aber gar nicht richtig anfangen konnten.
Als das Center dann aber wieder aufgemacht hat, ging es endlich richtig los, sowohl bei Haus Luigi, als auch bei Haus Veronica. Auch die Kinder von Haus Luigi haben es uns unfassbar leicht gemacht, sich angekommen zu fühlen. Mit ihrer Neugier und Offenheit wurden wir, trotz Sprachbarriere, da wir kein Afrikaans konnten, direkt aufgenommen.
Ab Oktober kümmerten Jette und ich uns dann aber hauptsächlich um Haus Veronica und man konnte von Tag zu Tag merken, wie die Mädels uns immer mehr akzeptierten. Das was Lena bereits letztes Jahr mit den Mädchen in Haus Veronica angefangen hat, konnten wir weiterführen und ausbauen. Aus den 8 Mädels ganz am Anfang sind inzwischen 20 geworden, sodass wir Haus Veronica auch räumlich verändern mussten.
Die Weihnachtszeit war sehr spannend und irgendwie gar nicht weihnachtlich. Bei 38° Last Christmas im Radio zu hören und in den Geschäften die Schneemänner zu sehen, hat gar nicht geholfen in Weihnachtsstimmung zu kommen. Der November war gefüllt mit Proben und Vorbereitungen für das Nikolausfest. Zum ersten Mal seit der Pandemie wurde das Krippenspiel wieder aufgeführt und das war ein voller Erfolg. Jeder der uns vorab gesagt hat, dass das Nikolausfest etwas ganz Besonderes ist, hat definitiv nicht zu viel versprochen.
Anfang des Jahres wurde Haus Veronica dann endlich um zwei Räume erweitert. In Haus Veronica wird jetzt für die Mädels gekocht und sie haben ihren eigenen großen Bereich, in dem sie lernen, spielen, chillen, tanzen und einfach nur sein können.
Neben dem üblichen Alltag, haben wir immer mal wieder Ausflüge gemacht, sei es ein Tag am Meer mit den Jugendlichen, mit den Mädels Elefanten füttern oder mit den Kids ein Tag im Streichelzoo und Rutschenpark verbringen. Mit unserem St. Luigi Team waren wir zum Fußballspielen in Lategansvlei.
Das was die Priester hier geschaffen haben, ist ein ganz besonderer Ort, voll Liebe, Aufmerksamkeit und Spaß und wir beide sind unfassbar dankbar, dass wir für ein Jahr Teil davon sein durften.
Das Nikolausfest ist zwar schon ein paar Monate her, aber wir möchten Ihnen und Euch trotzdem von diesem wunderbaren Tag erzählen, weil er uns in ganz besonderer Erinnerung geblieben ist.
Im November (2024) fragte uns Pater Leon, ob wir nicht Lust hätten, mit den Jugendlichen das Krippenspiel für das Nikolausfest vorzubereiten. Gesagt, getan. Die Mädels waren am Anfang Feuer und Flamme, bis sie gehört hatten, dass sie den Text auswendig lernen und bei der Aufführung vor fast 1000 Kindern und Gästen auftreten müssen. Nachdem sich aber eine Gruppe von Mädels gefunden hatte, ging es mit den Proben gut voran.
Eine weitere Herausforderung war, dass keiner mehr wusste, wo das Bühnenbild gelagert wurde, da die letzte Aufführung vor der Coronapandemie stattgefunden hatte. Die Jungs von Haus Filip unterstützten uns dann bei der Gestaltung des neuen Bühnenbilds und beim Aufbau. Mit jedem Tag, der verging, wurde die Aufregung, aber auch die Vorfreude größer.
Und dann war es endlich soweit: schon lange vor dem Beginn, standen die Kinder vor dem Tor und warteten ungeduldig darauf, ins Center gelassen zu werden. Dank der Jungs von Haus Filip, welche für die Sicherheit sorgten, lief alles reibungslos ab.
Zuerst gab es für alle Gäste einen Muffin, bevor es für unsere Mädels ernst wurde. Pater Leon eröffnete die Feier mit einem Gebet und der Chor aus Haus Luigi-Mädels und Frauen aus dem Township sorgte für die musikalische Begleitung. Was bei der Generalprobe noch schief ging, klappte bei der Aufführung ohne Probleme. Es war ein voller Erfolg und wir waren super stolz auf unsere Mädels!
Dieses Jahr (6. Dezember 2024) kam der Nikolaus nicht mit dem Schlitten ins Center, sondern wurde von Pater Wim mit dem Motorrad abgeholt. Die Kinder freuten sich total und waren schon ganz gespannt, ob sie denn auch eine Kleinigkeit bekommen würden. Dank zahlreicher Spenden war es möglich, dass jedes Kind ein Geschenk vom Nikolaus überreicht bekam.
Das Nikolausfest ist wirklich ein ganz besonderer Tag im Center und wir legen jedem ans Herz – wenn die Möglichkeit besteht – diesen Tag einmal vor Ort zu erleben! Jeder im Center packt mit an und es wird ganz viel Arbeit und Liebe investiert, um ein bisschen Weihnachtszauber ins Center, ins Township und die Herzen der Kinder zu bringen!











